Erste Hilfe auf dem Spielplatz

Die Sicherheit auf unseren Spielplätzen ist hoch. Trotzdem können die Kinder sich beim Herumtoben kleinere Verletzungen zuziehen. Wenn die Kleinen ins Spiel vertieft sind, achten sie kaum auf ihre Umgebung. Sie können stolpern, herunterfallen, ineinander rennen, sich piksen oder irgendwo anschlagen. Was können wir tun und was sollten wir dabei haben? Hier folgen ein paar Tipps zur Ersten Hilfe auf dem Spielplatz.

Schürfwunden an Armen und Beinen

Sobald ein Kind laufen kann, will es selbst auf dem Spielplatz herumrennen. Können seine kleinen Füsse das Tempo nicht mithalten, kann es stolpern, hinfallen und sich das Knie aufschürfen. Es blutet und Tränen sind die Folge. Oft hilft es schon, das Kleine in die Arme zu nehmen und ihm ein Lied wie „Heile heile Säge“ zu singen. Danach sollte die Wunde jedoch ausgewaschen und Schmutz oder kleine Steinchen müssen entfernt werden. Wenn auf dem Spielplatz kein fliessendes Wasser vorhanden ist, kann die Verletzung mit einem feuchten Lappen abgetupft werden. Anschliessend desinfiziert man sie am besten mit einem nicht-alkoholischen Mittel, damit es nicht brennt. Ein Pflaster wirkt oft Wunder: Die Kleinen sind überzeugt, dass dieses die Wunde rasch heilen lässt. Es tut nicht mehr weh. Bei grösseren Abschürfungen eigenen sich auch Kompressen oder Verbände.

Blaue Flecken, Schwellungen und Beulen

Schlägt das Kind Arme, Beine oder Kopf an einem Spielgerät an, entstehen blaue Flecken oder sogar Beulen. Kälte ist als Erste Hilfe am effektivsten. Sie sorgt dafür, dass sich die Blutgefässe in der verletzten Stelle verengen. Die Durchblutung nimmt ab und die Schwellung wird in Grenzen gehalten. Ideal ist es, wenn die Eltern ein kühlendes Gel dabeihaben. Man legt dieses jedoch nicht direkt auf die betroffene Stelle, damit man die Haut nicht schädigt. Am besten wickelt man ein Tuch um das Kühlpad und drückt es für einige Minuten auf die Schwellung. Ein kühler Lappen tut es auch. Wenn es dem Kind langweilig wird und es wieder spielen will, ist dies ein gutes Zeichen und man sollte es ziehen lassen. Arnika in Globuli- oder Salbenform kann die Heilung beschleunigen.

Erste Hilfe bei Nasenbluten

Wenn auf dem Spielplatz zwei Jungs mit den Köpfen zusammenstossen oder ein Kind einen Ball auf die Nase bekommt, kann es zu Nasenbluten kommen. Der Sprössling muss beruhigt werden. Dann sollte er den Kopf etwas nach vorne beugen, damit das Blut nicht in den Rachen läuft und ihn erbrechen lässt. Als Erste Hilfe dienen ein kalter Lappen oder ein Kühlpad. Diese legt man in den Nacken des Kindes. So ziehen sich die Blutgefässe in der Nase zusammen. Die Eltern dürfen den oberen Teil der Nasenflügel leicht zusammendrücken, um die Blutung schneller zu stoppen. Wenn diese nach einer Viertelstunde nicht nachlässt, sollte man unverzüglich zum Arzt gehen.

Etwas im Auge

Geraten dem Kind beim Spielen im Sand ein paar Körnchen ins Auge, sollte es vom Augenreiben abgehalten werden. Die Erste Hilfe hängt davon ab, welches Augenlid betroffen ist. Befindet sich der Sand oder ein anderer Gegenstand im Unterlid, soll das Kleine nach oben blicken. Die Begleitperson wischt den Fremdkörper mit einem feuchten Tuch nach innen zur Nase hin und tupft ihn dann mit einem trockenen Tuch aus dem Augenwinkel. Steckt der Gegenstand unter dem Oberlid, kann dieses an den Wimpern über das Unterlid gezogen werden. Der Sand bleibt aussen am Unterlid hängen und kann weggewischt werden. Lässt sich ein Fremdkörper auf dem Spielplatz nicht entfernen, sollte man sofort einen Arzt aufsuchen. 

Spriessen und Splitter unter der Haut

Zieht sich das Kind auf einem Spielgerät aus Holz oder Metall eine Spriesse zu, sollte diese möglichst entfernt werden. Andernfalls kann sich die Stelle entzünden. Zudem stört es das Kleine und tut ihm weh. Wenn der Splitter an einer Stelle aus der Haut schaut, kann er mit einer Pinzette gepackt und herausgezogen werden. Die Haut wird desinfiziert und die Wunde mit einem Pflaster geschützt. Gelingt es nicht, die Spriesse auf dem Spielplatz herauszuziehen, kann die betroffene Stelle zu Hause in Seifenbad aufgeweicht und der Splitter herausgedrückt werden. Der Störenfried lässt sich auch mit einer in Alkohol desinfizierten Stecknadel entfernen. Damit gelangt man unter die Spriesse, drückt diese durch die Haut und packt sie mit der Pinzette. Das Kind muss natürlich mitmachen. Im Notfall kann die Spriesse drin bleiben. Die Stelle sollte jedoch gut beobachtet werden. Liegt der Splitter tief unter der Haut, muss ihn ein Arzt herausnehmen. 

Erste Hilfe bei Insektenstichen

Das Kind springt auf die Rutschbahn, die Schaukel oder ins Karussell. Es geht völlig auf in seinem Spiel und denkt überhaupt nicht an Wespen, Bienen, Hummeln oder Hornissen. Im Normalfall sind Insektenstiche nicht gefährlich, jedoch schmerzhaft. Das Kleine braucht jetzt viel Zuwendung und vielleicht ein Täfeli oder Zältli zum Trost. Der Stachel sollte nicht von Hand, sondern mit der Pinzette entfernt werden. Kühlen mit einem feuchten Lappen oder einem Gel gegen Insektenstiche lindert den Schmerz und die Schwellung. Die Einstichstelle wird desinfiziert. Zeigt das Kind allergische Reaktionen mit Juckreiz, Übelkeit oder Atemnot, muss sofort der Notarzt gerufen werden. Bis dieser eintrifft, kann der Hals des Kleinen mit kalten Tüchern gekühlt werden.